Der neue Gemeinschaftsband von Urs Böke und Stefan Heuer, der als Prosaband vorgestellt wird, sprengt die Grenzen des Genres. Beim Lesen stellt sich die Frage, was ist noch Prosa und was schon Gedicht? Die Texte der beiden Autoren sind voller lyrischer Bilder. Stefan Heuer gibt in schwarzer Schrift den Takt vor, Urs Böke ergänzt in Rot. Stefan Heuer bleibt in seinem Text bei konsequenter Kleinschreibung, Urs Böke schreibt die Satzanfänge und Substantive groß. Die Seiten tragen keine Nummerierung. Die Überschriften haben die Titel EINS1 bis VIERZEHN14. Der Band enthält sieben Collagen von Stefan Heuer. Anders als im Gemeinschaftsgedichtband der beiden, „Asche in den Wunden“, schließt Urs Böke keinen vollständigen Text an Stefan Heuers Vorlage an, sondern ergänzt freie Textstellen, die rot gekennzeichnet sind. Auf diese Weise sind die Sätze und Satzteile der beiden Autoren miteinander verwoben.
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Urs Böke, Stefan Heuer: Ein Fausthieb auf die Flipper-Schnute - 0,0,Signaturen
Böke im Zusammenspiel mit Heuer. Das hat ja schon in der Vergangenheit gut funktioniert. Mit setzen sie auf ihre bisherige Zusammenarbeit einen drauf. Ein Thema im eigentlichen Sinne lässt sich nicht ausmachen, ist so bestimmt auch nicht gewollt. Es scheint der Zufall zu regieren, es scheint aber nur so. Böke und Heuer ergänzen sich mit ihren Gedanken und Einfällen kongenial , als würde dahinter ein akribisch herausgearbeiteter Plan stecken. Die genutzten Bilder werden textübergreifend genutzt, tauchen immer wieder auf. Die collagierten Texte, die mitunter unterhaltsame & witzige Momente aufweisen, um kurz danach tragisch & vergrätzend zu werden, muten mysteriös an, diffus, Versatzstücke eines Lebens, dass nur schemenhaft greifbar wird, sich nicht preisgeben will. Diffusität als Prinzip des Lebens, widersetzt sich einer Ordnung, wie wir es ihm verzweifelt anheften wollen. Ausgehend von den unzähligen Diskussionen der 90er, wohin der Social Beat rsp. Underground sich entwickeln soll oder wird, ist dieses schmale Chapbook eine Antwort.
Rodneys Underground Press
[Urs Böke