aus: junge welt 2025
Das Poème Collectif enthält sehr mutige Bilder. Tatsächlich sind häufig Todes-Metaphern in den Gedichten zu finden. So schreibt Fabian Lenthe: „Überall
nur Wände in denen ich mich drehe// Wenn die Nadel das Vinyl verfehlt// Und ich vom Morgen singe// Bis ich sterbe“ – und Stefan Heuer: „gönnen wir uns ein paar ruhige stunden, bevor//
die heuschrecken kommen. und überhaupt: fragt eine// maus, wohin es geht, wenn adlerklauen sie ergreifen?“ Urs Böke rundet den Trialog ab: „Smoke on the water mit nassen// Füßen auf dem
elektrischen Stuhl// was sind 175 Jahre Knast// gegen die Wahrheit.“ Neben düsteren Todesmetaphern „auf die heuschrecken folgte die finsternis. schatten,// die uns auf die andere
seite brachten.“ (Stefan Heuer) finden sich bei Urs Böke Bilder einer trostlosen Existenz: „Am Ende der Nahrungskette: Du// als ein Stück Fleisch in einem// Stück prekärem Leben.“ Und
Stefan Heuer zum Älterwerden: „für fremde näpfe sind wir zu langsam & zu alt. da// ist nichts, was wir noch gewinnbringend einsetzen,// was wir noch zu lust machen
könnten//“.
aus: Signaturen, die komplette Rezension hier:
[Urs Böke
