Aktuelle Propaganda, Termine & News:

Aus dem beschaulichen Trier, sozusagen direkt aus dem Arsch der Porta Nigra, erscheint die inzwischen #19. Nummer des INSIDE-Artzines. Wie gewöhnlich bündelt Herausgeber Jenz den globalen Artscum in Bild, Grafik und Wort, ohne dabei auch nur annährend gewöhnlich zu sein. Hier gibt es feste Kost und keinen Brei!

Immer noch ein Rätsel, dass solch hochwertige Hefte nicht schon längst dem Underground entwachsen sind, aber vermutlich möchte genau das Jenz auch gar nicht.

Und wenn Bukowski meint, er fotografiere nur die Scheiße um sich herum, so gilt das für INSIDE erst recht.

Einfach mal auf dem Esstisch liegen lassen, damit die Schwiegermutter schneller wieder geht!

 

www.inside-artzine.de

www.artscum.org

Das passt in kein Regal. Diese Versandtasche Elle-Rebelle voller Handzettel schickt die Offset-Klebebindungen in den Keller und macht klar, wo die Autorin Lütfiye Güzel herkommt: Aus einer wurzellosen Heimat, in der Hochglanz im Altpapier landet und kluge, wahre Sätze ins Gehirn knallen: "wie sich die leute in ihren autos/ über irgendwas ärgern (...)/ diese ganze verzweiflung/ wegen einer einzigen ampel" oder: "wie heisst der ort/ an dem sich/ die verlorenen treffen?/ der raum/ der unbenutzten/ geborgenheit." Güzel sagt es sei an der Zeit, sich zu radikalisieren - und nachdem ihre Inhalte bereits radikal Seele sind, hat sie nun folgerichtig auch die Form entsprechend folgen lassen. DIY or die!

Lütfiye Güzel

Elle-Rebelle  Handzettel

Limitierte Auflage, 8,-€

                                              www.luetfiyeguezel.tumblr.com

 

In Mainz scheint man ausser Bücher rauszuhauen nicht sonderlich viel zu tun zu haben. Deshalb geht es in der Reihe Verstreute Gedichte auch gleich weiter mit Peter Frömmig und dem Gesang in den Drähten. Der Autor schreibt umschweifslos, kleine Anekdoten, präzise erzählt und sehr unaufgeregt: "Bauteile zusammengefügt/ Schrauben angezogen/ Am Ende war es der Rost/ Der untrennbar verband" oder aber, nur eine Seite weiter: "Mein Vater ließ seine/ Besseren Sakkos immer/ Im Schrank hängen/ Für besondere Anlässe/ Die nie kommen wollten...", Frömmigs Themen sind Abschied und Zerfall, leise dargeboten in treffenden Zeilen. Lauter heran ans Wort hingegen marschiert der Berliner Clemens Schittko mit der Aufstand kommt so oder so und man wünschte ja, dass der Autor recht behielte. Zwei kurze Langgedichte (sic!), das erstere kämpferisch politisch, das zweite eher kämpferisch philosophisch, aber 2x vom Bauch direkt in die Fresse: "Alleinsein ist die wahre Freiheit/ ja, Alleinsein - und nicht etwa Einsamkeit/ wenn Masturbation eine Revolte gegen sich selbst ist,/ so ist Suizid eine Revolution/ und deshalb sag noch einmal/ Aufstand, Umsturz, Anarchie..." Schittko weiß, dass Banken lächerlich sind und Gesetze und Gefängnisse sowieso, und am Ende steht die Erkenntnis: Gedichte auch. Texte voller Selbstzweifel, wie nur Anarchisten sie in sich tragen. Der Band Waldstücke von Marcus Roloff sollte als Hörbuch erscheinen, gelesen von Rudi Cerne. Roloff verdichtet 11 (un)geklärte deutsche Mordfälle, und er tut dies mit einer Gelassenheit, die mehr als nur noir oder cool ist. Sprachlich nüchtern, sachlich beinahe, schafft er dennoch eine Atmosphäre, als würde man die Opferleichen höchstselbst aus dem Moor ziehen: "fundort ist nicht gleich/

tatort fasern von bluse und jeans/ zwei weiße turnschuhe..." oder, etwas lyrischer: "jeans und asseln unter rostfarbenen/ nadelhaufen und feinsand// vierzehn wochen nach dem/ vorrundenspiel schweden - england."

Diese Poetry-Reihe wird fortgesetzt, yeah, also Augen auf!

www.gonzoverlag.de

 

Der Mainzer Gonzo-Verlag hat die nächsten Hefte seiner Verstreute Gedichte-Reihe rausgehauen: In der Nachbarschaft entstammt der Feder von Benedikt Maria Kramer und ist eines dieser Beweisstücke der Verwunderung, warum sich solch gute Autoren nicht die großen Verlage schnappen. Nun denn, scheiß drauf, denn: „Lieber die Nummer Eins in Augschburg/ als die Nummer Zwo in L.A.“; Kramer erzählt Geschichten, kleine Geschichten, die er dem Alltag seiner Umgebung abtrotzt. Und dies in einer beiläufigen, unbekümmerten Sprache, die viel Mitgefühl, aber niemals räudige Betroffenheit inne hat. Großes Wortkino, das ohne Popcorn auskommt.

 Ausserdem erschienen ist Begrabt mein Herz an der Biegung der Schwalbacher Strasse von Alexander Pfeiffer. Und man fragt sich, warum dieser Wiesbadener Autor ins Krimifach gewechselt ist, zukünftig bitte wieder vermehrt Gedichte! Pfeiffer schreibt, ebenso wie Kramer, in leisen Tönen von den leisen Dingen, die anderen keine Beobachtungen wert wären, und gerade deshalb allgemein-existentiell sind: „Und zu viel Leben/ ist keine Art/ zu sterben“, oder aber: „Jedes Bild falsch und Trug/…/ das einzig Wahre dein Lächeln/ das die Welt für mich anknipst.“

 Zwei mal Gedichte von zwei sehr guten Autoren. Schade, dass die Heftreihe so schmal ausfällt. Go Gonzo go! Lass die Wortsäue raus.

 

www.gonzoverlag.de

je Heft schlappe 3,- €

 

Neues gibt es auch von Ralf Preusker mit 33 blätter aus dem tal und 11 blätter aus der wüste, die dann doch in Buchform erscheinen und nicht als Blattsammlung. Preusker hat sein Leben umgekrempelt, bekannte Pfade und Gefilde verlassen und fängt neu an, ohne Rücksicht auf Verluste, aber niemals herzlos gegenüber der Welt. Paradise lost. Er tritt um sich und schlägt, verletzt aber Menschen nicht; und irgendwie scheinen dies die Worte eines Ertrinkenden zu sein, der gerade noch den Rettungsring zu packen bekommt. Preusker greift zu und packt sein bisheriges Leben an den Eiern. Vielleicht ein Hilfeschrei, vielleicht auch Wut.

 

Ralf Preusker

33 blätter aus dem tal...

limitiert auf 44 Expl.,  ISBN 978-3-946598-03-9

Litera Freak Press

verstohlene nächte auf vorrat betitelt ist ein Gedichtband von Giuliano Spagnolo. Der Autor lebt in Berlin, was man seinen Texten aber glücklicherweise nicht anmerkt. Seine Gedichte lassen vieles offen, der Autor erzählt niemals Geschichten, sondern gibt nur Eindrücke und Bilder vor, die mal wortreich, mal aber auch zu gewollt künstlerisch wirken. Das ist schade, denn das Gespür für Sprache ist da. Spagnolos Gedichte sind Miniaturen ohne Erzählung, Stillleben in Strophen und immer die Aufforderung: Leg deine eigenen Erfahrungen dazu. Never beat, aber Gedichte auf einem manchmal zu konservativen Gerüst.

 

Giulano Spagnolo

verstohlene nächte auf vorrat

ISBN 978-3-946989-00-4

Elif Verlag   www.elifverlag.de

Die Autorin Silke Vogten legt mit Getanzt wird immer in der Duisburger Dialog Edition einen Gedichtband vor und hat ein Problem: Ihre Sujets passen nicht zum Stil ihrer Schreibe. Dass sie schreiben kann, das liest man, doch der nötige Funke, um ihre Gedichte brennen zu lassen, der springt zumindest bei der Auswahl hier nicht über. Die Zeilen widmen sich zwar auch unbequemen, eigentlich eher in der Subkultur verorteten Themen, doch die Betrachtung fällt von oben aus. Ihre Beobachtungen lassen wissen, dass Vogten genau hinsieht, doch lassen ihre Gedichte leider zu oft Glaubwürdigkeit vermissen. Mehr Seele, bitte! Und dann nachlegen, in Buchform und live an einem alten Tisch.

 

Silke Vogten

Getanzt wird immer

ISBN 978-3-945634-09-7

Dialog Edition www.dialog-edition.de

 

Kai Kraus sperrt seinen Schnabel auf und blickt, um im Bild eines Schwans zu bleiben, mit langem Hals auch in die dreckigen Ecken, die vielleicht schon vom Kehraus des Daseins rundgewaschen wurden. Seine Gedichte im Buch Gasolina, Baby sind Prosagedichte, nah an der Bordsteinkante, aber lyrischer und ohne Platitüden: "Der Saft der Zitrone/ weiß nichts von der Hand die presst" oder direkter: "Doch die besten Piloten bleiben am Boden/ den Kopf auf die Brust gebunden/ mit starrem Blick zwischen die Beine/ aber das Ohr nah am Herzen..." Kraus wettert gegen den Literaturbetrieb und sieht klar durch den Boden seiner Gläser hindurch; und damit ist gewiss keine Brille gemeint. Cheers!

 

Kai Kraus

Gasolina Baby, Gedichte

kai@kettenhund-magazin.de

www.kaikraus.de

Kathrin Bach betitelt ihr Heft in der feinen Kölner parasitenpresse als Schwämme. Sie schreibt ruhige, stille Gedichte, es sind sprachlich treffende Momentaufnahmen aus dem, ihrem Alltag. Hier herrscht niemals Grobschlacht und niemals offene Provokation, die Realität schleicht sich schattengleich durchs Zimmer Leben: "Ich denke Kilometer/ denke Oma// ihr Kriegsgefangener/ isst im Nebenzimmer fünf Brote..."; Melancholie fliesst bereits aus den Gedichttiteln: Morsch, Rinnsale, Zäune...und trotzdem bleibt Bach glücklicherweise fernab von Wald- und Wiesenlyrik.

Stillleben in Versen für genaue Beobachter.

 

Japanisch geheftet, Umschlag aus Gebrauchskartonage 6,-€

parasitenpresse@hotmail.com

www.parasitenpresse.de

Der Gonzo-Verlag legt in seiner Reihe Verstreute Gedichte Band X und XI vor. Hermann Borgerding mit The last song in bekannter Manier: Poesie an den Schnittstellen von Leben, Krankheit und Musik. Ein lyrischer Widerspruch zwischen Kampf und Selbstaufgabe, immer direkt und schonungslos ehrlich. Danach folgt Robsie Richter mit seinen neuen Punkgedichten Die Russen kommen; dabei gelingt ihm der Spagat, trotz des Rückblicks in die 80er nach vorne zu schauen. Ebenso wie Borgerding schonungslos ehrlich. Überhaupt ist diese kleine Heftreihe des Gonzo-Verlags zu empfehlen, gerade weil in ihr verschiedene Lesarten des Post-Beat zusammenfinden.

 

je Heft läppische 3,-€

www.gonzoverlag.de 

Das erste Gedicht in Robsie Richters neuem Buch Auf einem Papierschiff im Atlantik ist "Eine verranzte Bude mit defektem Klo" betitelt und gibt unmittelbar vor, wohin die Reise geht. Dieser Gedichtband ist ein schonungsloser Trip in die Vergangenheit, Richter schreibt im selben Sound wie vor 20 Jahren, als wären die 90er gestern Nacht aus dem Keller gekrochen. Direkte kick-ass-Zeilen in Gedichtform gegossen, wie immer ohne Punkt und ohne Komma, dafür mit reichlich Koma und allgegenwärtiger Alptraumrealität. Bösartig, sarkastisch und gnadenlos seziert Richter eine Welt im Rhythmus zwischen Garage, Punk und Untergang. Und eines ist klar: Hoffnung wird hier nicht geduzt!

 

Robsie Richter

Auf einem Papierschiff im Atlantik

RUP 2017; 8,95€

www.undergroundpress.de

Nach zahlreichen Büchern zwischen Gedicht, Kurzprosa, Erzählung und Selbstgespräch (sic!) ist es für Lütfiye Güzel an der Zeit, einen best of-Band rauszuhauen: Faible? komprimiert auf 199 Seiten Güzels große Kunst, in knapper Sprache und graugewaschener Realität zwischen Backsteinen und Andeutungen von Himmel noch Wärme zu erzeugen. Es sind Sätze wie "Ich öffne die Augen und weiss nicht/ warum. Die Freiheit fällt mir ein./ Ich sehe ein Stück Himmel,/ ein wenig Baum und da oben ein/ Flugzeug, in dem ich nicht sitze..." die einfach nur haften bleiben, oder aber: "In der zweiten Klasse fahren Menschen./ In der ersten fahren Sitze..."; Güzel widmet dieses Buch allen Mutigen und geht, wie immer, voran. Texte ohne Netz und ohne Filter.

Straight outta Herz!

 

Lütfiye Güzel Faible?

go-güzel-publishing; ISBN 978-3-00-054953-3; 12,-€

www.luetfiye-guezel.tumblr.com

Der Hannoveraner Kersten Flenter veröffentlicht nach Jahren in seiner schönen edition roadhouse einen neuen Gedichtband: Als das Trinken noch geholfen hat beinhaltet 12 Gedichte aus den letzten Jahren und kommt, wenn auch inhaltlich in üblicher Grundtiefe, etwas leichter geschrieben daher, die Melancholie und Tristesse und Unverständnis sind zwar -selbstredend!- noch da, doch das Gewicht auf des Autoren Schultern scheint nachgelassen zu haben. Dies ist nicht falsch zu verstehen: Die Gedichte haben nicht nachgelassen, die Traurigkeit und Sehnsucht und Suche nach Glück scheinen nur etwas aufgelockert. Flenter beackert den Boden seiner Heimat und der Vertikulator ist das Wort!

 

Kersten Flenter

Als das Trinken noch geholfen hat

Gedichte

edition roadhouse 2017; www.flenter.de

Wieder bei RUP erschienen ist der zweite Lyrikband von Markus Prem, dessen Titel Auf kaltem Fels den Leser etwas in die Irre leitet, denn an Prems Texten beißt man nicht auf Granit, viel mehr sind es -stellenweise- fast aphorismengleiche Kurz- und Kürzestgedichte. Aber der Österreicher Prem trifft und ist in der Lage, das Leben, die Welt und vielleicht auch Galaxien zu beleuchten. Und er tut dies beiläufig-treffend, humorig und manchmal sarkastisch.

 

Markus Prem

Auf kaltem Fels

RUP 2017

www.undergroundpress.de

Roland Adelmann beginnt eine Chapbook-Reihe in seinem hauseigenen Verlag RUP höchstselbst. Mit Werken in de Pinte sowie Lady Gaga braucht ihre Coolness selbst... wagt er sich fast ins Experimentalgedicht, ein Irrer an der Schreibmaschine, kurze, knappe Strophen ohne den Anflug von seinen bisherigen Prosagedichten. Irgendwie neu, irgendwie anders, irgendwie unbedingt lesbar!

www.undergroundpress.de

5,-€ für beide Hefte!

Vielleicht lehnt man sich mitunter recht weit aus dem Fenster, aber so langsam mausert sich Hartmuth Malorny zum deutschen Boyle; sein neues Romanwerk Erntedankfest erinnert zuweilen dann doch an Grün ist die Hoffnung, Malorny bleibt, wie auch in seinen uralten Gedichtbänden, zwischen lakonischem Erzählstil und alkoholtrübem Alltag immer auch philosophisch, er schafft es, Menschen ohne besondere Eigenschaften trotzdem interessant darzustellen und wirft nebenbei Fragen auf zu Hektik, Arbeit und der Einstellung zu deren Notwendigkeiten. Ein Roman übers Dorfleben: Die Absurdität der Stadt liegt heutzutage längst auf dem Acker!

Hartmuth Malorny Erntedankfest

Wiesenburg Verlag; ISBN 978-3-95632-404-8

14,90€

Seinen bereits dritten Gedichtband im Wiener Songdog Verlag legt H.P. Gansner vor, nach herz und superherz folgerichtig betitelt als megaherz. 75 Seiten Gedichte, die die eigene Existenz herausfordern und dabei sinnlich bleiben, Gansner verzichtet auf kühle Sezierungen, und falls, dann doch immer mit einem weinend-ironischem Auge. Tränen, die in Verse gegossen wurden, fernab jeglicher Larmoyanz: "würden sie denn/ einen flüchtling/ zu sich nehmen/ an weihnachten// wurde eine frau gefragt/ sie sagte: ich würde/ schon gerne aber/ meine familie möchte lieber// einen gänsebraten."

 

 

H.P. Gansner

megaherz

Songdog Verlag, Wien

ISBN 978-3-9504224-1-2

www.songdog.at

Der MAULhURE-Autor Sven Lawicki betreibt neben einer Literatur-Vitrine in der heimischen Kneipe nun auch mit der #2 ein Magazin namens Klimperkiste; enthalten sind Stories und Gedichte von neun AutorInnen, überregional bekannt sein dürften die Herren Markus Prem sowie Urs Böke, die (glorreichen) anderen sieben BeiträgerInnen sind lokal verwurzelt: Antoni, Sebi, Fräulein Fu, Lawicki, Eichhorst, Dimi, Posniak. Und, by the way, die RAF kommt auch vor...

Antesten, Meinung machen, Energie zählt!

 

Texte für weitere Ausgaben und Bestellungen:

sven.lawicki@web.de

 

Der Übersetzer-Tätigkeit des leider viel zu früh verstorbenen Axel Monte sowie Jerk Götterwind ist es zu verdanken, Jack Blacks literarisches Kleinod Im Knast und auf der Flucht lesen zu dürfen. Wie auch in beiden anderen Büchern, sind die Geschehnisse des kriminellen Hobos Jack Black nicht nur als Unterhaltung zu sehen, sondern vielmehr zeichnet Black ein Sittengemälde seiner Zeit. Nicht umsonst griffen Autoren wie Hammett und Burroughs auf Blacks Aufzeichnungen inspirativ zurück. In seinen Schriften und Essays hat Black damals schon prophezeit, dass nicht das kleinkriminelle Milieu, sondern erst recht ehrbare Geschäftsleute und Etablierte eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Weitsicht gepaart mit Autobiographie...

Jack Black

Im Knast und auf der Flucht

mit Illustrationen von Horst Kirstein

Verlag Dialog-Edition

ISBN 978-3-945634-16-5

Jerk Götterwind erteilt interessierten Verlagen eine Absage und veröffentlicht ein Fanzine de luxe, fein gedruckt und offen für alles, wonach ihm gerade der Sinn steht. Hinter der Wand ist es betitelt und wartet auf mit u.a. neuen sehr guten Gedichten: "Manchmal vermisse ich die/ Alte Wohnung beim Pinkeln/ Konnte man so herrlich aus/ Dem Dachfenster reihern" oder, ganz naturalistisch: "Am besten war es das erste Mal/ Mit dir dort oben in dem Augenblick/ In dem du mich umarmtest." Dazu gibt es teils farbig gedruckte Gemälde, Bildbearbeitungen (MRT rules!) sowie Stories und Gedanken. Götterwind selbst untertitelt sein Buch lakonisch als Notizheft, hat derart Untertreibungen aber gar nicht nötig. Stand your ground, arthool!

Jerk Götterwind

Hinter der Wand #1, Notizheft; 5,-€

www.jerkgoetterwind.jimdo.com

 

Der auch sehr umtriebige Jonis Hartmann legt im Elif Verlag seinen Gedichtband Bordsteinsequenzen vor. Jan Kuhlbrodt meint, Hartmann zeige "den Blick von unten schräg auf die Welt"; das stimmt so nicht, denn Hartmann benötigt kein oben und unten, Klassifizierungen sind seinen Gedichten nicht gewachsen: "Vielleicht mach ich gern Yoga vielleicht/ Hab ich eine Wohnung über vielleicht/ Möcht ich wissen/ Wo man sich trifft/ Wenn man Ufos gesehen hat...", Hartmann legt sich niemals fest und bleibt fragend, dabei genau beobachtend und unerklärlich leicht, schwerelose Poetry mit durchaus schwerem Inhalt: "Die Möglichkeit eine/ Große Menge zu trinken/ hast du immer..." Es scheint, als ginge Hartmann lächelnd durchs Seuchengebiet. Vielleicht.

 

Jonis Hartmann

Bordsteinsequenzen

Elif Verlag; ISBN 978-3-9817509-6-6

Oh, No! betitelt ist das neue Buch von Lütfiye Güzel und bereits ab Seite 1 ist klar, dass Umarmungen hier nur unsichtbar, aber dennoch fühlbar stattfinden. Das Bullauge der Waschmaschine glotzt den Leser an wie das Leben die Dichterin; hier gibt es keine Kompromisse mehr, keinen Ausweg und (bisher) auch keine Zuflucht, dafür aber feinstes Gespür für Seele und das, was getarnt geschieht. Güzel schreibt: "Im Grunde meines Herzens interessierten mich Menschen aber nicht. Menschen waren das Uninteressanteste auf diesem Planeten, fand ich." Und Güzel meint es ernst, wenn auf dem Buchrücken prangt: "Ich hatte nichts gegen tote Menschen. Sie existierten für mich einfach nicht." War ihr letztes Buch die Vorbereitung auf eine Reise, so ist dies das passende Paar Sneaker, um endlich sich selbst und vor allem den anderen zu entkommen; unwirsch, unerzogen, zutiefst menschlich. Und dies ist weder Feigheit noch ein geordneter Rückzug: Dies ist in verknappte Sprache versteckte verdammte Poesie! Güzel durchbricht die Front!

 

www.luetfiye-guezel.tumblr.com

lguezel@yahoo.com

ISBN 978-3-00054151-3; 10,00 €

Mit zuverlässiger Wiederholung landet jährlich die neue Ausgabe von PhoBi im Briefkasten, heuer zum Thema Aussichten; Polemik und Satire, Gedichte, Grafiken, Collagen und Gedanken zwischen Hochglanz und Flyer-Rückseite. Beständig, aber niemals behäbig!

Lebenszeichen von u.a. Susann Klossek, Florian Vetsch, Thomas Schweisthal, Stefan Heuer, Astrid Brandt, Michael Blümel, Lütfiye Güzel, Ralf Burnicki, Milja Laurila...PhoBi verzichtet auf eine Präsenz im Netz und ist nur postalisch zu bestellen, Adresse auf Anfrage.

5,00 € zzgl. Versand

Ratriot ist traurig, sehr traurig. Wo auch immer Du bist, Axel, zeig allen, was Literatur ist, die vor Leben strotzt. Du fehlst.

Der Leipziger Stanley Deschle, u.a. vertreten auch in der aktuellen MAULhURE, legt gleich eine Trilogie des Irrsinns, des Wahns und der Misanthropie vor.

Band 1: Das Optimistenschwein im Schlachthof

Band 2: Der Adolf der Hippies

Band 3: Das karierte Paradies

Enthalten sind jeweils Gedichte, Kurztexte oder, wie es der Autor nennt, Heimsuchungen. Jenseits von Moral und gutem Geschmack nimmt sich Deschle die Welt zur Brust, unerbittlich, vielleicht bösartig, aber immer auch intelligent daneben. Über 480 Seiten bis das Schafott endlich betreten ist. Wehe, wenn das Beil fällt!

 

Stanley Deschle Trilogie; 20,-€ für alle 3 Bände

www.stans-portfolio.de

Marc Mrosk, einer der sehr Umtriebigen, legt mit Notes I found in Pigtown eine Sammlung Stories vor, kurze Stories, Shorties für das Leserherz zwischen Wartesaal und eigener Beerdigung. Man merkt den Texten an, dass Mrosk ein true-crime und hard-boiled-Maniac ist; direkt, ohne Umschweife, filterlos kommt er zum Punkt. Mit Glück und Harmonie ist weniger zu rechnen, die einzelnen Stories tragen Titel wie "Asche zu Asche", "Schüsse in die Fenster" oder auch ganz einfach "Hinterhofbegräbnis."

Wahrlich schön, dass einem immer wieder auch noch solche Dinge der Einfachheit ins Haus flattern. Weiter so, Ganoven-Ede!

 

Marc Mrosk

Notes I found in Pigtown

Stories

SV

www.rogueblogue.de

Einige Viertel von Trespass City, der Stadt der Übertretungen, gleichen der Internationalen Zone von Burroughs, andere wiederum Ernst Jüngers Heliopolis. Outlaw-Charaktere der Weltliteratur wurden in dieser Hafenstadt angespült und führen hier ihr Leben jenseits der Buchseiten. Endlich wieder Zivilisationskritik von Axel Monte!

Es treten auf z.B. Huck Finn, Lord Jim, die Johnsons, Mack aus der Cannery Row sowie Ned Beaumont.

Und sonst: Subversion in Text und Leben, ein Beat-Western oder doch Klassik meets Moderne?

Dimmt das Licht, füllt die Schnapsgläser, kontrolliert den Colt, denn: "So trafen sich hier etliche Gruppen und Gestalten von den Rändern der Gesellschaft. Vom guten wie vom bösen Rand."

Verlegt in der feinen Stadtlichter Presse.

 

Axel Monte

Trespass City

Stadtlichter Presse, 8,-€

www.stadtlichterpresse.de

Björn Kuhligk legt mit Die Sprache von Gibraltar seinen x-ten Gedichtband vor - und was soll man um den heissen Brei herumreden, es ist ein sehr gutes Buch geworden.

Kuhligk seziert in seinem titelgebenden Langgedicht die momentane Flüchtlingssituation und tut dies, ohne in irgendeine ideologische Falle zu tappen. Er liefert den Beweis, wie zeitgemäße Lyrik trotzdem politisch sein kann, ohne dabei bemüht oder verkrampft zu wirken. Mühelos umgeht Kuhligk alle Fettstellen und labt sich nicht an moralischer Überlegenheit, sondern zieht die passende Sprache aus dem Köcher.

Kuhligk kicks ass!

 

Björn Kuhligk

Die Sprache von Gibraltar

Gedichte

Hanser Verlag

ISBN 978-3-446-25291-2

Wer einen verletzlichen Dichter sucht, dessen Tränen im Bier landen, ohne dass Scham ein nötiger Begriff wäre, liegt sehr gut mit Glücklichsein ist was für Anfänger von Benedikt Maria Kramer.

"Du schreibst und hast Angst/ vor dem Alien in deinem Bauch/ deine Worte sind Eisberge...// wie ein Eisberg auf der Suche/ nach einem Dampfer"; Kramer nimmt uns mit in seine persönliche Hölle, auf die Suche nach Identität, Geborgenheit und vielleicht auch sich selbst, weil er ein Fallender ist, rastlos, entkräftet und dabei immer das Balsam auf seiner eigenen Wunde.

Große, ehrliche Poesie. Holy & cool.

 

Benedikt Maria Kramer

Glücklichsein ist was für Anfänger

Gedichte

Songdog Verlag  www.songdog.at

ISBN 978-3-9504224-0-5

Die Weltennomadin Susann Klossek legt mit Pferde wetten nicht auf Menschen ein Roadpoem vor, mit dem sich der Gonzo-Verlag endgültig ein Denkmal gesetzt hat.

Eine Dichterin und ihr Blick auf die Welt, ein boshafter Blick, sarkastisch zuweilen, aber immer auch spitzbübisch und schelmisch, wortgewandt und wortgewaltig. Irgendwie ohne Anfang und ohne Ende, denn etwas liegt quer im Magen, quer auf den 300 Seiten und überhaupt: "um aus allem raus zu sein/ beschließt du verrückt zu werden..."

Beat in bester Manier.

 

Susann Klossek

Pferde wetten nicht auf Menschen

Roadpoem

Gonzo Verlag

www.gonzoverlag.de

ISBN 978-3-944564-13-5

Nach dem themenbezogenen Gedichtband „werkstatt“, der sich dem Verschwinden von Nähe widmete, legt Stefan Heuer nun mit „Herzstück“ Gedichte aus den letzten Jahren vor. Heuers Gedichte arbeiten dabei ohne übliche subkulturelle Verrenkungen, Authentizität und Wirklichkeit müssen nicht durch angeblich provokante Füllwörter vorgetäuscht werden, bei Heuer entsteht in Sprache und Wortspielen mehr Asphalteinwirkung, als bei so manchem Bierjünger: „am ende der predigt ein// pfarrer der weint, auch er wurde nie gestillt“, oder aber: „auf dem bahnsteig, ein kind sucht seine eltern,/ die sprengung verlassener koffer…“; Heuer assoziiert, beobachtet, seziert und demontiert sämtliche vorgegebene Richtungen, der Autor verlegt Gleise und konservative Ansichten gleichermassen in Collagen aus Worten und Strophen: „der blick zurück, nicht im zorn: in den wolken noch/ schafe, beim sprung vom garagendach noch kein/ gedanke an kondolenz, an nettopreise…“ Dabei legt Heuer weder Wert auf Eloquenz noch auf Eleganz, seine Gedichte kommen einfach daher, provinziell irgendwie, um aber trotzdem ganze Welten zu konstruieren – oder aber zu demontieren. Alltägliche Widersprüche und Gerüch(t)e sind Heuers Themen, und diese werden eiskalt an die Wand gestellt, gekonnt gespielt auf einer Klaviatur, die aus Nuancen und Facetten zwischen den Ohren des Lesers Offenbarungen erzeugt, dass nichts so ist, wie es ist (Fried sollte endlich die Klappe halten!) und nichts so spiegelt, wie es glänzt. Heuer ist ein Skeptiker, und auch ohne seinen Namen auf dem Buchcover wäre klar: Das ist ein Heuer. Erkennbar, ironisch-böse und bitte für immer.

 

Stefan Heuer Herzstück

mit Illustrationen von Natalia Weiss

Verlagshaus Berlin, 13,90 €

ISBN 978-3-945832-13-4

verlagshaus-berlin.de

heuerseite.de

Neues gibt es ausserdem von Jerk "Buddha" Götterwind, der mit Etwas ist geblieben seinen xten Gedichtband vorlegt. Was soll an dieser Stelle groß dazu geschrieben werden, jede Lyrik-Veröffentlichung von ihm wird besser und besser; aktuelle Gedichte aus den letzten zwei Jahren, weit weg von wütend-infantilen Zeilen, sondern hier schreibt ein Götterwind, der längst nicht altersmilde gestimmt ist, aber ruhig und gelassen eine Welt beäugt, die ihn eigentlich gar nicht verdient.

Pflichtkauf!, so oder so, Pflichtkauf!

 

Streng limitierte Auflage, bald ausverkauft.

5,- €, 114 Seiten, SV.

jerkgoetterwind@web.de

jerkgoetterwind.jimdo.com

Ihr inzwischen sechstes Buch legt Lütfiye Güzel mit

hadi hugs - selbstgespräch vor.

Da ist eine Autorin, wie ja die Coveraufmachung vermuten lässt, auf Reisen, zu sich selbst und zu allem, was so passiert. Feinste Beobachtungen in einer Zeit, in der Leben nur noch oberflächlich stattfindet. Aber hier schreibt jemand mit Herz und Seele dagegen an, wortreich, überraschend, immer im Grenzbereich zwischen kalter Diagnose und empathischer Therapie.

Würde es solche Bücher auf Rezept geben, müssten sie nicht mehr "allen Traurigen" gewidmet werden.

Güzels Bücher lassen den Leser ohnmächtig zurück, aber dennoch in einer angenehmen Behaglichkeit.

 

www.luetfiye-guezel.tumblr.com

lguezel@yahoo.com; 10,-€ ISBN 978-3-00-049596-0

Carsten Vollmer & Philip Nußbaum legen Versuch 5 vor, eine echtblutverschmierte Akte des Verbrechens, das sie hiermit am guten Geschmack verüben. Es geht um Sex, Gewalt, Ausserirdische und selbstredend um Scheisse, es ist ein 34seitiger Report plus eine 7" (weisses Vinyl) plus Originalfotos der Tatorte usw.; beteiligt u.a. auch Mirko Hentrich und ein gewisser Herr Kircher aus MG. Alle Angaben hier selbstredend nur mutmaßlich, man weiss ja nie. Word - Noise - Harsh Crime...die Welt ist noch kränker als gestern.

Für Sammler sowieso ein to have, für alle anderen auch.

Limitiert auf 100 Stück.

 

...hier im Shop oder auf:

http://versuchx.bigcartel.com

Jenz Dieckmann, seines Zeichens der Gestalter vom Dienst sämtlicher MAULhURE-Cover, legt seine nächste Geburt vor: INSIDE-Artzine #18.

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, kauft das gefälligst und geht direkt in die Psychiatrie - zumindest aber zum Kiosk, um die Wirklichkeit erträglich runter zu spülen;

in die Kehle oder die Toilette,

artscum rules!

Frage: Wieso gibt es als Merch noch keine Fototapeten??

 

www.inside-artzine.de

Blog/ Shop: www.artscum.org

Zendeh Rud - Diwan für Kunst und Literatur nennt sich eine neue kleine Zeitschrift, die zu ihren gedruckten Gedichten auf u.a. Türkisch, Persisch, Kurdisch und Armenisch QR-Codes enthält, die zur Originalvertonung auf Soundcloud weiterleiten. Feine Idee, das! Man darf gespannt sein, was sich daraus noch entwickelt. Falls Gedichte verbinden, muss man zumindest nicht mehr zur Notaufnahme.

Auflage: 1000 Expl.

 

www.zendehrud.de

zendehrud@gmx.net

Marcus Mohr hat nun plötzlich auch Hummeln im Hintern. Nach Jahren des Untertauchens legt er nun mit Lütfiye Güzel die STRASSENFEGERIN DES JAHRES 2015 vor.

Das Heft beinhaltet eine Auswahl ihrer Gedichte, ohne unnötiges akademisches Geblubber dichtet Güzel auf Wegen ohne Markierungen, auf Treppen ohne Geländer, den Kopf stets aufrecht, den Blick aber nach unten gerichtet. Großartig! Wer einen ersten Einblick gewinnen möchte, ist hier mit dieser Auswahl inhaltlich und preislich sehr gut aufgehoben. Und ihre Bücher sind an dieser Stelle eh empfohlen. Chapeau nach Köln und Duisburg!


strassenfeger-fanzine@web.de; 2,50€ zzgl. Versand


Der Gonzo-Verlag aus Mainz legt den nächsten kleinen Band seiner Verstreuten Gedichte vor: Susann Klossek mit IN MIR EIN FLUSS. Ein Langgedicht aus der Schweiz, torkelnd zwischen Feingeist und Strasse, van-Gogh-Leinwänden und Felsen, die im Weg liegen: "Ich bin eine scheue, graue Katze/ die in der Nacht in die Ecke getrieben wird/ beim Gedanken an die Menschheit"...

Demnächst soll dann von Madame Klossek auch ein weiterer Gedichtband in Buchform erscheinen...wait until Nüchternsein.


Gonzo Verlag 2015

ISBN 978-3-944564-12-8

www.gonzoverlag.de

Der LaborBefund feiert seine #20 mit einem Kerl aus Köln, namentlich Marcus Mohr, der es nicht nur faustdick hinter den Ohren, sondern auch zwischen den Zeilen hat:

"Warum heisst Leben/ rückwärts buchstabiert Nebel?"

Mohr schreibt sich durch einen Alltag, in dem jeglicher Spass gestohlen werden muss, in dem inhaltlich nicht mehr viel zu erwarten ist, denn: "Ein Gedicht ohne Bier/ ist wie ein Schwanz mit Kondom/ der vergeblich versucht/ ein Loch zu finden."

Strassenpoesie aus dem Schatten des hässlichen Doms.



www.laborbefund.jimdo.com

laborbefund2013@yahoo.de


Die Herren Jörg Herbig und Jerk Götterwind betreten scheinbar gerne Neuland. Dies in Form eines neuen Fanzines namens PAUSENFÜLLER, dessen Ausgabe #1 nun die Kunst zum Metathema erhoben hat. Während Herbig sich eher feinsinnig gibt, mimt Herr Götterwind den unwissenden Grobklotz, der er eigentlich nicht ist. Interessant ist diese Widersprüchlichkeit dann allemal; es gibt Interviews z.B. mit Jenz vom Inside-Artzine, einen Bericht über die Documenta 2012 oder aber auch Empfindungen beim Betrachten eines Bildes, Grafiken u.a....man kann skeptisch sein, aber irgendwie geht diese ungewöhnliche Mischung auf.

Punk meets Art meets Abart.

Keine Angaben zu Bezug und Auflage,

ein paar Expl. hier im Shop...

Die von Larry Law bereits 1980 nacherzählte Story Die wahre Geschichte von Captain Misson und der Republik Libertatia wurde jetzt in deutscher Übersetzung (von Axel Monte) neu aufgelegt und mit einem Nachwort von Marvin Chlada versehen. Die Story ist ein Bericht über Piraten, die knapp 100 Jahre vor der Französischen Revolution versucht haben, in einer libertären Gemeinschaft zu (über-) leben. Wie der Rückentext betont, ist dies kein Modell für ein Utopia, sondern lediglich eine Aufzeichnung über einen Versuch, Gleichheit innerhalb einer Gemeinschaft aufzubauen. Gerade in Tagen wie diesen sehr lesenswert.

Es wäre ja auch ein Witz, wenn wir Untertanen von Leuten würden, die noch größere Schurken als wir selbst sind!


Verlag Trikont Duisburg

ISBN 978-3-88974-504-0; 6,- €


Der in Speyer erscheinende KETTENHUND legt seine Ausgabe 2 vor zum Thema Heimkehr & zurück; für eine neue Zeitschrift im Zeitungsformat mit beachtlichem Inhalt, Stories, Gedichte, Grafiken von u.a. Lütfiye Güzel, Sven Heuchert, Clemens Schittko, Lukas Grundmann, Thorsten Volandt, Marc Mrosk, Omid Saroush u.a.

Man darf gespannt sein, was die Hrsg.-Combo Kai Kraus, Sabrina Albers und Jochen Fuchs zukünftig noch publizieren. Darauf jetzt ein Stauder!



3,45 € inkl. Versand, und zwar dort:

www.kettenhund-magazin.de

bestellung@kettenhund.de


Sobald PhoBi erscheint ist gewiss, dass mit kurzen Schritten der Herbst naht. In der Ausgabe 21.15 dreht sich thematisch alles ums Vergessen; mal polemisch, mal lyrisch, mal als Essay oder Cartoon, als Grafik, aber vor allem immer geistreich.

PhoBi ist eines der Vorzeigeprodukte, die unter der Bettdecke der Subkultur vor sich hin schlummern.

Mit u.a. Burnicki, Schweisthal, Vetsch, Klossek,

Strasser, Blümel, Schwier, Stemmer, Janz...

Souverän, beständig, gut.

 

 

Über 60 feinste Seiten, 5,-€,

kein Netz, aber Kontakt oldschool möglich:

PhoBi-Redaktion, Guldeinstr. 48, 80339 München

Duisburg ist zwar nicht unbedingt eine Reise wert, lohnt aber am 28.08.2015 dann doch: Denn in der Stadtbibliothek liest Lütfiye Güzel (vermutlich) aus allen ihren Büchern. Die meisten Lesungen sind blutleer und seelenlos, vom genauen Gegenteil kann man sich von Frau Güzel überzeugen lassen. Poetry strikes back!, live & charmant-melancholisch.


20 Uhr, AK 5,-€

Stadtbibliothek

Steinsche Gasse 26

47051 Duisburg

Vollgas gibt der LaborBefund, der fortan wieder monatlich erscheinen soll und mit der #18 die Redaktion selbst anpreist: Mit Da lernst du die Menschen kennen gibt es einen Querschnitt des Schaffens von Ni Gudix; Gedichte, Auszüge von Übersetzungen aus dem Englischen, Shorties und Stories. Das Auge immer auf die Ungerechtigkeiten und Unsinnhaftigkeiten des Lebens gerichtet, bleibt Lachen und Erstickungstod. Und aus diesem Dilemma werden einem weder die Ostsee, noch die staatlichen Almosen raushelfen. Was bleibt, ist Literatur.


www.laborbefund.jimdo.com

laborbefund2013@yahoo.de

So. Die Zahlungsfreudigkeit einiger asozialer PennerInnen führt ab sofort dazu, dass der Shop ausschliesslich gegen Vorkasse versendet. Traurig, dass es so weit gekommen ist, aber Obacht: c u in your town, motherfuckers!

Der von Florian Günther herausgegebene DreckSack ist bereits im 6. Jahrgang und legt mit Heft 3/ Juli 2015 wieder eine sehr gelungene Mischung aus Fotos, Poetry, Stories und Essays vor. Namen gefällig?: Saskia Prüß, Erik Steffen, Joanes Nielsen, Urs Böke, Jonis Hartmann, Thomas Meyer-Falk u.a.; schade allerdings, dass sich inzwischen viele Beiträge z.B. mit MAULhURE überschneiden.

www.edition-luekk-noesens.de

Auch wenn es den Griechen momentan an den Kragen geht, haben sie immer noch ein Gespür für sehr wertvolle Lyrik (sic!): So ist jetzt das Gedicht "Höhere Mathematik" von Urs Böke übersetzt worden, für die griechische Literaturzeitschrift Teflon sollen noch weitere folgen...also: Ouzo statt Juso!

https://autonomosteki.espivblogs.net/2014/04/07/urs-boke-%CF%80%CF%81%CE%BF%CF%87%CF%89%CF%81%CE%B7%CE%BC%CE%AD%CE%BD%CE%B1-%CE%BC%CE%B1%CE%B8%CE%B7%CE%BC%CE%B1%CF%84%CE%B9%CE%BA%CE%AC/

Der LaborBefund legt nach einer sporadischen Outputpause wieder Regelmässigkeit an den Tag und schickt im neuen Einzelband keinen geringeren als Roland Adelmann auf eine sinnstiftende Safari; die lyrischen Fundamente, die der Autor legt, bestehen aus Realität und absurden Einblicken in eine irre gewordene Welt, in der Humor zur Waffe wird. Manchmal bitter, manchmal sarkastisch, aber immer menschlich. Adelmann seziert die Befindlichkeiten eines Landes und legt schonungslos offen, dass auch die gepriesenen Wechsel und Heilsbringer für die Menschen nichts bedeuten.

Es geht um das kleine Glück, dass der Autor in großen Worten einfordert. Mehr davon, Rodney!


www.laborbefund.jimdo.com

www.undergroundpress.de

Manche Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern der Städte: Noch dieses Jahr soll ein neuer Gedichtband von Urs Böke erscheinen - und zwar bei RUP Rodneys Underground Press, dem gut sortierten Verlag & Vertrieb des Grundnahrungsmittels Literatur. Der Arbeitstitel des Elaborats ist, wie schon in MAULhURE #4 erwähnt, Landkriegsordnung; ob es dabei bleibt, ist zumindest fraglich...watch out & burn Random House.

Sehr umtriebig ist zur Zeit Ralf Preusker und legt deshalb gleich zwei neue Gedichtbände vor: ÜBERKREUZUNGEN beinhaltet einen Gedicht-Wechsel mit seinem Cousin Johannes. MEIN ORGANISMUS IST EINE DATEI (sic!) ist dann ein Chapbook mit Gedichten, die den Schmerz, die Würde und die Traurigkeit immer in sich tragen, eine Brut, die das Licht des Lesers nicht zu scheuen braucht.

www.beautiful-freak-arts.com


Erschienen ist auch ein weiteres Buch der Duisburger Autorin Lütfiye Güzel. Nach mehreren Gedichtbänden (s.u.) legt sie nun in Eigenregie hey. anti-roman vor und schafft sich selbst ein zu ihrer verknappten, aufs Wesentliche reduzierten Sprache eigenes Genre. Und ihr Anti-Roman ist kein Roman, sondern ein über 60 Seiten langes intensives Gedicht, in dem Kindheit, Jugend und erste Erwachsenenjahre gnadenlos gut seziert und entlarvt werden: "ich glaube nicht an eine glückliche kindheit/ alle kinderzimmer sind baustellen irgendwie..."; ein Buch, dass den Leser traurig zurücklässt, weil alles so wahr ist. Ein kleines Buch einer großen Autorin. Bestellen und lesen, unbedingt:

www.luetfiye-guezel.tumblr.com

ISBN 978-3-00-049595-3; 10,-€

Die Literatur ist voll mit Sujets, die immer wieder Trauer und Abschied ausloten. Das geschieht meist metaphorisch, in der Regel peinlich pathetisch und, falls es ganz hart kommt, betroffen-sülzend. Kaum ein Autor ist tatsächlich in der Lage, sich diesen Hauptthemen des Lebens annährend passend anzunehmen. Wie gesagt, kaum jemand.

 Doch was folgt, sobald der Großvater von Stefan Heuer 2008 verstirbt? Nun, der Autor lässt sacken; seine Gefühle, seine Gefühle, seine Gefühle. Oder anders gesagt: Er arbeitet diesen Verlust aus, skizzierend, präzise und wortgewaltig. Und so schenkt uns die Kölner parasitenpresse 2015 diesen Gedichtband, wie üblich fein aufgemacht mit Gebrauchspapier als Umschlag und innovativer Hefttechnik. Und weil das äussere Handwerk, die Haptik schon Lust auf mehr macht, kann kaum noch etwas schief gehen.

 Heuer erinnert sich in seinen zehn Gedichten an einen Menschen samt seiner Widersprüche, Eigen- und vielleicht auch Unarten, er gesteht Fehler ein und lässt die Milde walten, die verdient erscheint. Und schon die ersten Strophen haben es in sich und bringen es ans Licht: „der boden seit ich denken/ kann fleckig, rissig, sägespäne…// ein rollo, sein schutzschild vor zuviel (licht) welt“; Heuer nimmt Anlauf und überspringt die üblichen Klischees, die Werkstatt, die Garage seines Großvaters ist zugleich sein Anker, und wohl dem, der beim Lesen warum auch immer Walt Kowalski in Gran Torino vor sich sieht. Heuer spart nichts aus, doch eine Verklärung findet glücklicherweise nicht statt, sondern ehrliche Befassung: „und jetzt das essgeschirr in meinen/ händen, altes metall, so unlyrisch wie nur irgendwas,/ randvoll mit der gnade der späten geburt“ Der Autor beschreibt Leben und Werk eines nahen Angehörigen stellvertretend für eine Generation, die, so scheint es, all zu oft Menschlichkeit und das Aushalten von Differenzen längst verlernt hat. Und er tut dies, ohne auf etwaige Tränendrüsen drücken zu müssen. WERKSTATT ist schon jetzt einer der besten Gedichtbände des Jahres, sanft und doch knallhart. Also die Empfehlung des Tages: Arbeitsschuhe an und ab in die Werkstatt!

Kaufen hier: parasitenpresse.wordpress.com

Passend zum miesen Wetter erschienen ist auch SuperBastard #6, dieses mal zum Thema Rebellion. Ähnlich MAULhURE kommt der Bastard in Buchform daher & ist sehr fein aufgemacht. Neben dem Herausgeber Benedikt Maria Kramer geben ihren Senf dazu u.a. Dobler, Wolff, Götterwind, Böke, Sophokles, Ambjörnsen, Klossek...wer sich für die aktuelle Literatur interessiert, kommt am Bastard aus Augsburg nicht vorbei. Verlegt bei Songdog, gedruckt bei Maro. Sonst noch Fragen??

www.songdog.at

www.superbastard.de


Endlich neuer Stoff von Lütfiye Güzel: PINKY HELSINKI hat die Duisburgerin selbst verlegt und wartet mit Notizen (Untertitel) auf, die aber eigentlich poetische Offenbarungen sind. Diese angenommene Leichtigkeit, diese Schlichtheit von Seite zu Seite, um Leben  luzide zu beschreiben und zu begleiten dorthin, wo die Wunden klaffen, das ist ihre größte Kunst. Ganz ohne Wien eine Melange aus Poesie, Aphorismen und, ja, Philosophie, weil: "Der menschliche Körper besteht aus über 70% aus Wasser,/ der Rest ist Angst..." Güzel schreibt vom Scheitern und vom Versuchen, dessen Level kaum überschritten wird. Aber Obacht: Diese Texte selbst sind keine Versuche, sondern sehr bemerkenswert, in denen Wasserkocher die Fantasie töten und sich der Kalk an den Versen ablagert. Lesen. Kaufen!

www.luetfiye-guezel.tumblr.com

lguezel[at]yahoo.com

Nach etwas Atempause legt der LaborBefund seinen nächsten Einzeltitel vor: Frank-Kirk Ehm-Marks rotzt uns Gedichte vor die Füsse, ausgespuckt und durchgegurgelt von einem Leben, das auch Obdachlosigkeit, Stricherszene und andere Feinheiten zu bieten hatte. Bordsteingeschichten in Poesie gewickelt.

Denn: "Sicher in die Tiefe stürzen/ das ist reine Energie"


www.laborbefund.jimdo.com

laborbefund2013@yahoo.de

Den inzwischen 20. Almanach legt das Magazin PhoBi vor, dieses Jahr zum Thema randnotizen. Gedanken gemacht in Wort, Grafik & Bild haben sich unter anderem Florian Vetsch, Britta Mühlbauer, Ralf Burnicki, Daniela M. Ziegler, Marcus Schwier, Florian Günther und -endlich mal wieder ein Lebenszeichen!- Thomas Schweisthal. Das alles fein aufgemacht und trotzdem vollkommen underground. Weitermachen!

Als Kontakt gibt es lediglich eine Postanschrift & diese an dieser Stelle nur auf Nachfrage. Kostenpunkt: 5,- €.

Im letzten und aktuellen Jahr erschienen auch die beiden Bände sichtlich schwarz sowie nachblutung von Ralf Preusker. Während der erste gänzlich feine Lyrik enthält, finden sich im Nachfolgeband auch Prosa & Fragmente. Preusker schreibt seine Existenz an die Wand in Zeilen, die manchmal erst beim zweiten Blick ihre Verzweiflung und Trauer offenbaren. Der Dichter hier braucht keinen Egolärm, sondern nimmt die Hoffnungslosigkeit der Welt sacht an die Hand, um den Versuch Mensch bodentief auszuloten. Was helfen könnte ist Liebe, doch auch die verstrickt sich halbseiden und angetrunken im Alltag. Lesenswert!

Die Bücher gibt es exklusiv hier:

www.beautiful-freak-arts.com

Im Sommer, besser gesagt gegen Ende August 2014, erscheint ausserdem das neue Buch vom Wiener Andreas Niedermann. Es beinhaltet Notizen, Gedanken, Erlebnisse, die er auf seinem täglichen Marsch zum Kraftsport empfand und erlebte.

Ähnlich wie in seinem Blog, wird die Welt seziert, durchschaut, bewertet; und das sicherlich nicht frei von Selbstironie. VON VIKTOR ZU HARTMANN erscheint selbstredend im hauseigenen Songdog Verlag, vermutlich ca. 14,-€.

www.songdog.at

Vorankündigung: Im Juli 2014 wird der seit etlichen Jahren in Arbeit befindliche Roman BIER IM FRÜHSTÜCK, TSCHERNOBYL IM ARSCH von Roland Adelmann erscheinen. Selbstverständlich in seinem neu gegründeten RUP-Verlag, in dem bekanntlich auch die MAULhURE seit #3 anschafft.

Noch gilt ein Subskriptionspreis, also ran an den Speck, ihr Maden!:

www.undergroundpress.de

Zum INSIDE muss man wohl an dieser Stelle nichts mehr sagen. Kaufen, konsumieren, verstört auf der Toilette sitzen. Jetzt erschienen ist die #17 und macht genau dort weiter, wo die letzte Artscum-Party aufgehört hat.

www.inside-artzine.de

Auch im grellen Licht der Welt ist nun die 06/ 2014-Ausgabe von ROGUE NATION, hier einigt sich Pulp & Crime, Noir & Underground auf kleinem Format, aber qualitativem Inhalt. Verwahrlost as usual!

roguebloque@gmail.com

Der neue LaborBefund ist mit #15 erschienen. Neu ist diesmal, dass es keine Poetry gibt, sondern 9 Nachrufe von Erik Steffen. Ein Experiment, das glückt! Das neugierig macht auf die Verstorbenen - und somit aufs Leben!

www.laborbefund.jimdo.com

laborbefund2013@yahoo.de

Neu erschienen bei Rodneys Underground Press ist auch das neue Buch WIR SIND NICHT FÜR DIE WIRKLICHKEIT GEMACHT, SONDERN FÜR DIE LIEBE vom Hannoveraner Kersten Flenter. Es beinhaltet optisch fein aufgemachte erzählerische sowie dialogische Miniaturen, die den Wahn- und Aberwitz der gescheiterten und mühevoll sinngebenden Lebensmodelle der Mittvierziger sezieren; ironisch-humorvoll und dabei, flenterlike, immer auch melancholisch. Und wenn die Krankenschwester Merle Nimmich heißt, nimmt man die Dienste des Dr. Überdruck doch nur zu gerne in Anspruch...hart & warmherzig an der Realität!

Das Buch gibt es für 8,00€ exklusiv hier:

www.undergroundpress.de

Der nächste Donnerschlag heisst SUPERBASTARD und präsentiert gewohnt sehr gute Qualität, diesmal zum Metathema Nullpunkt. Sollte, neben der MAULhURE, Pflichtstoff sein für alle, die sich für die unabhängige Literaturszene interessieren. Mit dabei z.B. Marvin Chlada, Marc Mrosk, Susann Klossek, Andreas Niedermann, Urs Böke, Kai Pohl, Jerk Götterwind, Roland van Oystern...

Benedikt Maria Kramer legt mit dieser Nummer wieder die Latte hoch, wie gehabt verlegt bei Songdog & gedruckt bei Maro.

www.superbastard.de

www.songdog.at

Erschienen ist auch die neueste Nummer von Florian Günthers DRECKSACK. Wie immer hochkarätig besetzt mit u.a. Carl Weissner, Katja Horn, Urs Böke, Eric Ahrens, Michael Zoch, Florian Vetsch, Ralf Göhrke, Franziska Hauser, Thomas Meyer-Falk...

Der Kulturteil der FAZ kann einpacken...

edition.ln@web.de

www.edition-luekk-noesens.de

Draussen ist auch die April-Ausgabe der ROGUE NATION, diesmal als englischsprachige Sondernummer zum 105. Geburtstag von John Fante. klar, dass sich alles um Los Angeles dreht von Autoren, die dort leben oder aber zumindest darüber schreiben. Auf Übersetzungen wurde bewusst verzichtet. Ganz L.A. für einen Euro, sozusagen!

rogueblogue@gmail.com

Die Euphorie von Eric Ahrens ist so ziemlich runtergebrannt, und in diese Kerbe schlägt der Einzeltitel mit seinen Gedichten, der nun als LaborBefund #13 vorliegt. Seine Texte haben die Rotzigkeit von 80er Jahre Punk und die Tiefe von Metaphysik; der Teufel schläft mit dem Alltagsdetail auf einer durchgelegenen Matratze, so in etwa zumindest.  Kaufen! Sofort!

www.laborbefund.jimdo.com

laborbefund2013@yahoo.de

Der ehemalige Vertrieb Rodneys Underground Press schickt sich an, ein tatsächlicher Verlag zu werden: Als Start gibt es zwei feine Chapbooks, jeweils Stories; Roland Adelmann himself mit DIE LETZTEN ÜBERLEBENDEN VON NO FUTURE und ausserdem Jan Off mit FALLOBST IN MEINEM BEAUTYCASE. Zwei Veteranen des Undergrounds & damit doppelte Nostalgie. Es geht voran, marsch marsch! Bier geöffnet, Füße hoch, Heftlecken!

Beide Chapbooks hier:

undergroundpress.de

Und hier kommt der nächste Einschlag: LaborBefund #11 als Einzeltitel mit ausgewählten Gedichten von Jerk Götterwind. Dieses Heft ist die konsequente Fortsetzung von Götterwinds Am Ende des Tages (Songdog Verlag); die aktuelle Messlatte für Lyrik liegt in Hessen, und sie liegt sehr hoch! Kaufen!

www.laborbefund.jimdo.com

laborbefund2013@yahoo.de

"HardStoff!" Nr. 3 + 4 als Doppelband

Die letzte Ausgabe, die gemeinsam mit dem Acheron Verlag herausgegeben wird.

Aus dem Inhalt:

Diverse Poeme von Ron Hard

Vier weitere Kapitel aus dem Roman "Die Drehbank"

Gastautor Urs Böke

Acheron Verlag, ISBN 978-3-9810222-3-0

10,-€

Bestellungen: www.ron-hard.jimdo.com

 

Zu Jahresbeginn gleich ein kleines, aber feines Highlight: der STRASSENFEGER DES JAHRES 2013 mit Gedichten vom Augsburger Benedikt Maria Kramer. Der SuperBastard-Herausgeber beweist, dass er sich hinter keinen anderen Autoren zu verstecken braucht; Lyrik zwischen Bier & Seele, Texte zwischen No Future & Versuchen zum Glück. Chapeau, Herr Kramer! Realität in Schussfahrt.

3,50€ inkl. Versand, Bestellungen dorthin:

strassenfeger-fanzine@web.de

Kurz vor Jahresschluss noch ein eyecatcher:

STIRB NICHT AM SPEICHEL DER NACHT,

Lyrik-Dialoge von Urs Böke & Stefan Heuer;

Edition Footura Black 2013.

Erinnerungen an eine Zeit, in der noch Gedichte

per Brief befördert wurden...

Handgesetzt, haptisch edel, inhaltlich eh.

Ab sofort hier im Shop...

Seinen xten Gedichtband legt Florian Günther vor.

MEHR WAR NICHT DRIN beinhaltet auf über 120

Seiten traurig-charmante Texte eines Thekenhockers,

der inzwischen mit seinem eigenen Image

kokettieren kann. Chapeau, Herr Günther!

Lustvolles Leben trotz aller Widerstände!

ISBN 978-3-941126-53-4

Verlag Peter Engstler

www.engstler-verlag.de

Seite des Autors: www.edition-luekk-noesens.de

Die Zeitschrift Superbastard legt mit dem Themenbuch love child eine Sondernummer vor; wie immer vom Hrsg. Bene Kramer hochwertig und qualitativ äusserst nobel ausgewählt mit Stories, Gedichten, Fotografien...eigentlich ein must have!, u.a. mit Chlada, Götterwind, Günther, Klossek, Böke, Georg Büchner (sic!), Niedermann, Ambjörnsen, Ni Gudix, Roberts, Mohr...Der Superbastard wird bei Maro gedruck und bei Songdog verlegt; Kult meets Austria, sozusagen!

ISBN 978-3-9503557-2-7; 9,95 €

www.superbastard.de

www.songdog.at

Manchmal geht es Schlag auf Schlag: Erschienen ist nun auch die November-Ausgabe der ROGUE NATION, u.a. mit Dan Fante und Benedikt Maria Kramer sowie einem Interview mit Rich Machin.

rogueblogue@gmail.com

Nur im Abo - pro Nummer 1,- €!

Die 1972 in Duisburg geborene Lütfiye Güzel legt mit Trist olé! ihren dritten Gedichtband vor. Fernab von Bier und sonstigen Klischees bleiben ihre Texte gerade deshalb underground; auch wenn dieser Band leichter daherkommt als zuletzt Herzterroristin. Insgesamt eine literarische Bedienungsanleitung zum dunklen Herbst. Und zwar genau das!

Dialog Edition

ISBN 978-3-9812594-76

10,- €

ROGUE NATION erscheint zwar auf nur 16 Seiten, ist inhaltlich aber trotzdem stets gut gefüllt. Die NATION erscheint nur im Abo erhältlich & sehr pünktlich. Lohnt lohnt lohnt.

rogueblogue@gmail.com

Der LaborBefund gefällt sich gerade als Einzeltitel-Blatt: Einmal Hermann Borgerding mit Texten von 1992 - 2013 sowie als Nachfolgeband das Debut von Lukas Grundmann. Why not? Wer heutzutage Lyrik verlegt, macht ohnehin nichts falsch!

www.laborbefund.jimdo.com

 

Im April 2012 erschien der Gedichtband herzterroristin von Lütfiye Güzel, der immer noch lesenswert ist. Die anfängliche Befürchtung es handle sich um betroffene Migrationslyrik bewahrheitet sich zum Glück nicht; Güzel schreibt lakonisch-beklemmend, präzise und bildreich. Güzel dokumentiert angstfrei die Zustände, die eigentlich angst machen sollten und setzt ihr Sezierbesteck detailgenau an.

Dialog Edition

ISBN 978-3-9812594-5-2; 10,-€

dialogev.de

Nach Jahren meldet sich Philipp Schiemann zurück: Gnadenlos heisst sein neues Buch und beinhaltet Gedichte & Kurzprosa. Harter Stoff im wahrsten Sinne des Wortes, die Themen sind sein Leben: Alkohol, Drogen, Sucht, Psychiatrie, kurzum: Realitäten und die Fluchten heraus. Oder wie er selbst anmerkt: "Du wirst geboren/ und alles andere/ ist Dreingabe." Nüchtern-ehrliche Worte, die sonst meist vermieden werden. Pflichtstoff!

Grupello Verlag

ISBN 978-3-89978-187-8

www.grupello.de

 

Hier gibt es ein Interview mit Schiemann:

http://www.coolibri.de/redaktion/kultur/0313/scheiss-drauf-auf-alles-interview-mit-philipp-schiemann.html

Die Tage darauf hingewiesen, jetzt ist sie erschienen: Rogue Nation #1, herausgegeben von Marc Mrosk und nur im Abo zu beziehen.

Etwas dünn, aber gut! Namen siehe Cover...love it or leave it!

www.rogue-blogue.blogspot.de

rogueblogue@gmail.com

Manchmal machen Dichter auch Musik. Zum Beispiel Jerk Götterwind hier:

www.relativekaelte.jimdo.com

Man kann ja nicht immer nur lesen!

Die Tage erscheint auch die 13. Ausgabe des Berliner DreckSack, herausgegeben von Florian Günther und mit kleinerem Format, dafür aber fast doppelt so vielen Seiten. Namen posten ist überflüssig, kauft das gefälligst, denn es lohnt sich!

http://www.edition-luekk-noesens.de/drecksack/

 

Und neue Gedichte legt auch Jerk Götterwind vor.

Am Ende des Tages ist erschienen im Wiener Songdog Verlag

und kommt genauso cool daher, wie der Titel lakonisch

vermuten lässt. Der beste Götterwind ever!

Songdog Verlag

ISBN 978-3-9503557-03

14,00 €

www.songdog.at

 

HardStoff! ist ein auch im Abo erhältliches Periodikum und enthält

Gedichte, Notes und Kurzprosa von Ron Hard. Bitte folgen Sie den Anweisungen unseres Sicherheitspersonals und bleiben Sie auf Ihren Sitzen, bis Ihnen die Scheisse um die Ohren fliegt. Besser kann man es nicht ausdrücken! Sehr schön gestaltetes Chapbook.

Acheron Verlag

www.acheron-verlag.de

Einzelpreis: 5,00 €

im Abo: 20,00 € (4 Ausgaben plus CD)

Herr Kramer legt den vierten SuperBastard vor.

Titelthema (das allerdings nicht für alle Beiträge zwingend ist):

Home I'll never be.

Mit dabei u.a. Dobler, Pohl, HEL, Götterwind, Borgerding, Günther,

Konecny, Böke, Niedermann...Pflichtkauf!

www.superbastard.de

...auch hier im Shop!

Neues aus Essen:

Hermann Borgerding hat einen EXTRABALL als Bonus

im Programm und legt neue Gedichte vor.

Wie immer prosaisch, ehrlich, menschlich begibt er sich

inzwischen auf Pfade, die wegführen vom alten Thema

Krebs; auf zu neuen Ufern! Und mit dem Herzen immer

dort, wo es gebraucht wird.

Acheron Verlag

ISBN 978-3-9810222-8-5

www.acheron-verlag.de

9,90 €

 

Um euch die ersten Sonnenstrahlen des Jahres direkt zu verleiden:

Urs Böke LAND OHNE VERFASSUNG. Edition Footura Black 2013.

Handgesetzt. Limitiert. Provokanter als eine elektrische Banane.

Kaufen oder stehlen.

Obacht! Out now:

LaborBefund - Die neue Zeitschrift für Literatur aus der Wirklichkeit 

 

Auf ca. 40 S. erstklassige Literatur, farbiger Umschlag (Karton), zum unschlagbaren Preis von 3,- €. Herausgegeben in Berlin und gelesen in Hamburg, Köln, Kleinkleckersdorf...

 

Inhalt: Neue Stimmen aus der Literatur - aber ohne das Knarzen der eitlen Nabelschau und kein Schmachten nach Blauen Blümchen.

Die Autoren schreiben Tacheles, punktgenau aus der Hocke, zielsicher unter dem Tisch hervor oder aus jeder anderen Perspektive auf die heutige Zeit. Hier gibt's keine Neue Beschaulichkeit, keine Elegien auf fehlende Schrauben zum Nippes-Regal aus dem Möbel-Discounter oder sonstige Gefühlsduseleien. Es geht nicht um Befindlichkeiten, sondern aus diesen LaborBefunden spricht das Leben - bzw. das, was von ihm heute noch übrig ist.

laborbefund.jimdo.com

Florian Günther kann nicht nur schreiben, sondern zeichnet auch verantwortlich für ein knorrig-nahes Fotobuch: REISEN OHNE WEGZUMÜSSEN, Fotografien 1984 - 1994.

Fotos aus Europa und Lateinamerika, ungeschönt, schwarz-weiss und ehrlich.

Kaufen!

Edition Lükk Nösens

ISBN 978-3-00-040114-5

www.edition-luekk-noesens.de